Katholisch in Ahaus?
Was unser Markenkern ist: Himmel und Erde
Die drei katholischen Kirchengemeinden in Ahaus wollen die gemeinsamen Anliegen der Gemeinden wirksam in die Öffentlichkeit bringen. Ein Kommunikationskonzept umfasst mehrere Aspekte. Dabei geht es darum: Wen will ich wie erreichen und welche Botschaften möchte ich „rüberbringen“ und wie schaffe ich das? Wesentlich ist dabei zunächst die Frage nach dem so genannten Markenkern. Der Markenkern symbolisiert nach Marketingverständnis den wichtigsten Wert, den eine Organisation bzw. ein Unternehmen oder eine Marke ausmacht.
Definition Kirche
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) hat erklärt, wofür die Kirche steht: „Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit.“
Der Slogan: Hier berühren sich Himmel und Erde
Der Satz „Hier berühren sich Himmel und Erde“ ist angelehnt an den Refrain des bekannten Kirchenliedes „Wo Menschen sich vergessen“ (Text: Thomas Laubach/Musik: Christoph Lehmann → Anhören (LINK auf Youtube)). Es wird gern zum Friedensgruß bzw. Agnus Dei in der Messe gesungen. Anders als im Original heißt es im Slogan aber nicht „da“, sondern „hier“.
- Die Worte „berühren“ und „Himmel“ sind gemeinhin eher positiv besetzt.
- Der Slogan will auf eingängige Weise nahe bringen, wofür die Kirche steht bzw. stehen sollte. In der Gemeinschaft der Gläubigen (Kirche) sollte man es mit dem „Himmel“, mit Gott zu tun bekommen. Kirche/Gemeinde meint einen konkreter Ort. Es sind konkrete Angebote. Es ist die Möglichkeit gegeben, einen sehr persönlichen, ja intimen Zugang zur Welt des Göttlichen zu bekommen.
- Zugleich wird die Lebenswelt der Menschen mit hinein genommen mit dem Wort „Erde“. Dies steht für die Schöpfung aber auch für das konkrete soziale Umfeld des Menschen.
- „Erde“ macht deutlich, dass man nicht „abgehoben“ (weltfremd) sein will. Das Wort „Hier“ bekräftigt diese Verortung – die konkrete Verbindung von Immanenz und Transzendenz.
- Ganz im „Hier und Jetzt“ zu sein und zugleich sich getragen zu wissen von der Sehnsucht und Hoffnungsgewissheit des „Himmels“, die die „Berührten“ verwandeln möchte.
- Das „Hier und Jetzt“, die „Erde“ verlangt von den Christen ebenso das „Berühren“: das Handeln im Geist Jesu und der Bergpredigt. Praktizierte Nächstenliebe lässt sich auf die konkreten Menschen, ihre Sorgen und Nöte, aber auch auf das politisch-gesellschaftliche Umfeld ein, möchte verändern und „verwandeln“.
- Theologisch wird das Bild des Schöpfers angedeutet, zugleich wird aber auch auf das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus (Gott + Mensch | Konzil von Nicäa) und das Liebesgebot verwiesen.
Das Bild: Schöpfung - Heilung - Auferstehung
Das Bild „Die Erschaffung des Menschen“ ist ein Ausschnitt aus einem Deckenfresko des Malers Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Dargestellt wird, wie Gottvater mit ausgestrecktem Zeigefinger den Menschen zum Leben erweckt.
Zugleich erinnert diese Geste an die Berührungen von Kranken durch Jesus und auch die auf Ikonen dargestellte sog. „Höllenfahrt Christi“, bei der dargestellt ist, wie er Adam und Eva berührt und sie aus dem Hades (dem Ort des Todes) befreit.
Die Verbindung
Der Satz in Verbindung mit dem Bild nehmen auf und extrahieren, was für die Teilnehmenden eines Workshops der drei Kirchengemeinden den Kern ihres Glaubens ausmacht: Liebe, Hoffnung, Anerkannt sein, Halt, Freiheit, Jesus, in dem uns Gott begegnet, als zentrale Person des Glaubens, Fülle des Lebens, die Konkretheit der menschlichen Wirklichkeit (als Handlungsfeld).
Slogan und Bildmarke stellen so eine Verbindung dar von
- Sehnsucht und Erfüllung,
- Göttlichem und Menschlichem,
- Wirklichkeit und Hoffnung,
- Zuspruch und Anspruch.
(NG)
Aus einer Ansprache zur Vorstellung des neuen Logos aus dem Herbst 2025
Liebe Geschwister im Glauben!
Schauen Sie sich mal um: Ist noch Platz, oder? Und wenn Sie regelmäßig die Sonntagsgottesdienste mitfeiern und dies schon vielleicht seit vielen Jahren tun, dann werden Sie wissen: Früher war hier mehr los. Und Sie sehen es an mir: die vorherrschende Haarfarbe ist Grau.
Die Zählung der Gottesdienstteilnehmer im vergangenen Jahr ergab für …
- ALSTÄTTE/OTTENSTEIN: 578 Personen.
- WÜLLEN/WESSUM: 273 Personen.
- AHAUS/GRAES: 690 Personen.
Im Jahr 2000 waren es noch …
- ALSTÄTTE/OTTENSTEIN: mehr als 3 x so viele.
(1.850 Personen = 3,2 x. – Heute also nicht einmal mehr ein Drittel im Verhältnis zum Jahr 2.000.) - WÜLLEN/WESSUM: fast 6 x so viele.
(1.570 Personen = 5,75 x. – Heute also noch gut 17 Prozent im Verhältnis zum Jahr 2.000.) - AHAUS/GRAES: fast 4 x so viele.
(2.576 Personen = 3,7 x). – Heute also noch gut 22 Prozent im Verhältnis zum Jahr 2.000.
Wenn das so weitergeht …
Eine Konsequenz aus diesen Zahlen kommt hinzu, dass die Bistumsleitung den Aktiven und den Gemeinden zumutet, in immer größeren kirchlichen Organisationseinheiten zusammenarbeiten zu müssen. Und da wünschen sich viele, dass es so bleibt, wie es früher war. Aber leider nicht mehr als ein frommer Wunsch!
Die Statistiken und die Entwicklungen des kirchlichen Lebens sind so nüchtern wie unerbittlich. Diese Zahlen decken sich mit dem, was uns Soziologen sagen. Und es setzt sich zusehends die schmerzliche Erkenntnis durch: Man hat immer gehofft, dass in den Menschen eine stille Sehnsucht nach Gott und Glaube schlummert. Aber offenkundig ist sie nicht da – das belegen viele Untersuchungen. Den Leuten fehlt nichts, wenn es an Gott fehlt.
Was also bleibt: Sollen wir resignieren? Sollen wir kapitulieren? – Vermutlich nicht, denn sonst wären wir ja alle nicht hier. Aber was sollen wir tun?
Wenn Sie das Banner hier vorne sehen, dann könnten Sie fragen, welche Sau man nun durch’s Dorf treiben will. Tatsächlich haben wir uns zusammengesetzt, um die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit in den drei Ahauser Kirchengemeinden neu aufzustellen. Es gibt sicher Optimierungsmöglichkeiten, man kann sich bestimmte Arbeiten teilen. Man kann sicher einheitlicher und doch gezielter Menschen ansprechen.
Wir sind diesen Prozess aber angefangen mit der Frage:
- Was machen unsere drei Pfarreien denn überhaupt im Kern aus?
- Worum geht es in den Gemeinden?
- Und mit welchem Ziel also wozu wollen wir uns eigentlich engagieren.
Im Idealfall lässt sich dies ganz kurz und prägnant sagen und zeigen. Das Ergebnis sehen Sie hier vorne. So sind wir zu diesem Satz gekommen, der vielleicht für den einen oder anderen vermessen klingen mag: „Hier berühren sich Himmel und Erde!“
Das Logo zeigt zwei Hände – kurz bevor sie sich berühren. Diese Darstellung ist angelehnt an das Bild von der Erschaffung des Menschen von Michelangelo, das sich in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan befindet. Sie finden es vorne im Gotteslob.
Der Slogan will sagen, wofür die Kirche steht bzw. stehen sollte: In der Gemeinschaft der Gläubigen sollte man es mit dem „Himmel“, mit Gott zu tun bekommen. Unsere Gemeinden sind ganz konkrete Orte mit der Möglichkeit, einen sehr persönlichen Zugang zur Welt des Göttlichen zu bekommen.
Zugleich wird die Lebenswelt der Menschen mit hinein genommen mit dem Wort „Erde“. Dies steht für die Schöpfung aber auch für das konkrete soziale Umfeld des Menschen. „Erde“ macht deutlich, dass man nicht „abgehoben“ (weltfremd) sein will.
Das „Hier und Jetzt“, die „Erde“ verlangt von uns Christen ebenso das „Berühren“: nämlich ein Handeln im Geist Jesu und der Bergpredigt. Praktizierte Nächstenliebe lässt sich auf die konkreten Menschen ein, ihre Sorgen und Nöte, aber auch auf das politisch-gesellschaftliche Umfeld ein, möchte verändern und „verwandeln“.
Aber wir machen uns auch nichts vor: Dieses Logo für die drei Kirchengemeinden in Ahaus und der Slogan wird nicht die Entwicklung des kirchlichen Lebens aufhalten oder gar umkehren. Aber es sollte und kann uns alle aber bestätigten in dem, was wir sind und warum wir hierhin kommen und weiter kommen wollen und warum wir uns engagieren.
„Hier berühren sich Himmel und Erde.“
Der Himmel öffnet sich:
Er zeigt Gott, der Hoffnung und Zukunft für mich hat.
Und dass sich verwandelt, wer und was sich vom ihm berühren lässt –
und wenn die von Gott Berührten selbst Berührung schenken.
Das wollen uns Logo und der sagen – und uns dazu einladen!
(NG)
Zu den Bildern:
- Gott erschafft durch seine Berührung den Menschen - zärtlich.
- Jesus hilft einem Kranken - handfest.
- Der Auferstandene ergreift den Menschen und holt ihn aus dem Tod - zupackend.